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Fedora 11

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Am 09.06 wurde, nach zwei Wochen Verspätung, Fedora 11 veröffentlicht. Die neue Version der Community-Distribution vereinigt abermals die neuesten Entwicklungen der Open-Source-Szene unter einer stabilen Haube. Schon die Vorgängerversion brachte viele Neuerungen in die Linux-Distribution. Fedora 11 bietet neben vielen Fehlerbereinigungen auch über 50 neue Features.

Fedora_11.jpg Die größten Neuerungen in Fedora 11 sind wohl die Einführung von ext4 als Standard-Dateisystem, experimenteller Support für DeltaRPMs sowie eine verbesserte Integration von Plymouth und KMS (Kernel Mode Setting).

Neuigkeiten

Automatischer Font- und Anwendungs-Installer

PackageKit wurde bereits in Fedora 9 als Standard-Paketverwaltung eingeführt. Fedora 10 integrierte die Funktionen der neuen Paketverwaltung besser in den Desktop und sorgte für eine automatische Codec-Installation. Nun wurde PackageKit um die Funktion erweitert, automatisch Schriftarten zu installieren wenn diese zum Betrachten oder Bearbeiten von Dokumenten benötigt werden. Auch wurden erstmals Dialoge für die automatische Installation von Programmen zum Betrachten fremder Dokumente eingeführt.

Verbesserter Start

Ein weiteres Ziel war es, auf einem handelsüblichen Rechner eine Startzeit von etwa 20 Sekunden zu erreichen. Der Start wird vom bereits in Fedora 10 eingeführten grafischen Bootsystem Plymouth untermalt.

Doch wer kennt es nicht: Der Startbildschirm sieht schön aus, lädt fertig und fängt an zu flackern. Dieses Verhalten wird nun dank KMS vermindert. Diese Technologie war bereits in Fedora 10 experimentell für ATI-Karten enthalten. Nun werden auch Intel- und Nvidiakarten unterstützt. Es erlaubt dem Kernel, Display-Modi und andere wichtige Bootstrap-Parameter viel früher als der X-Server zu setzen. Dadurch wird unter anderem das Wechseln „Virtueller Konsolen” schneller. Dies wird zum Beispiel auch bei der „Fast-User-Switch”–Funktion aus GNOME benutzt.

Fingerprint und neue Eingabesysteme

Hinweis:

Entgegen vorheriger Informationen (siehe unten) sind die Module für Fingerabdruckleser nicht nur integriert, sondern standardmäßig auch aktiviert. Man muss die Anmeldung per Lesegerät nur unter "System → Einstellungen → Über mich" einstellen.

Viel Arbeit ist in die Integration von Fingerabdrücken als Authentifizierungsmethode gegangen. Derzeit ist das Benutzen von Fingerabdrucklesern schwierig und das Einrichten der zugehörigen fprint und pam Module aufwendig.

Dies wurde nun vereinfacht und alle nötigen Module für die Benutzung von Fingerabdrucklesern wurden in die Distribution integriert, jedoch standardmäßig noch nicht aktiviert. Um die Funktion zu aktivieren muss man nur die entsprechenden Pakete installieren und in der Systemkonfiguration aktivieren. Danach ist man in der Lage den Fingerabdruck in fast allen Lebenslagen zu benutzen.

Das IBus Eingabe-System wurde in C neu geschrieben und ist nun der neue Standard für Asiatische Sprachen. Es erlaubt das dynamische Hinzufügen und Entfernen von Eingabemethoden während einer Desktopsitzung. Neben chinesischen, indischen und koreanischen Sprachen werden noch viele andere unterstützt. Einige Funktionen fehlen noch, daher werden die Anwender gebeten, die neuen Funktionen ausgiebig zu testen.

Presto

Wieder ein neues Update für OpenOffice.org und wieder müssen über 100 Megabyte heruntergeladen werden…

So nicht, dachten sich die Fedoraentwickler und integrierten Presto 🇬🇧 . Presto ermöglicht es, nur noch die direkten Unterschiede zwischen verschiedenen Paketversionen zu installieren, sodass unveränderte Daten nicht erneut heruntergeladen werden. Dies soll zu einer Reduktion der benötigten Paketgrößen um bis zu 60 bis 80 Prozent führen. Auf Grund einiger Bedenken wird Presto allerdings nicht vorinstalliert, hierzu ist das Paket yum-presto einzurichten.

Andere Features

  • Die aktuellsten Desktop-Umgebungen: GNOME 2.26.1, KDE 4.2 und Xfce 4.6 sind enthalten.

  • Die Office-Suite OpenOffice.org ist in der Version 3.1 erhältlich.

  • Viele andere Pakete sind in den neuesten Versionen vorhanden.

Download

Fedora 11 kann unter Fedoraproject.org heruntergeladen werden. Um die Download-Server zu schonen, stehen auch Torrents der verschiedenen Versionen bereit.

Spins sind modifizierte Fedora-Abkömmlinge, die etwa Xfce als grafische Oberfläche integrieren oder speziell für Spieler oder Elektroniker zugeschnittene Pakete anbieten. Weitere Spins sind geplant.

Weitere Informationen:


Dieser Artikel stammt von EnTeQuAk.

Veröffentlicht von Ritze | 10. Juni 2009 18:15 | Kategorie: Linux und Open Source | # Fehler im Artikel melden

suseuser

Avatar von suseuser
1 10. Juni 2009 18:28

Welche Bedenken gibt es bezüglich Presto - rechtliche oder technische?

bt90

2 10. Juni 2009 18:31

Technische wohl eher,wären es rechtliche würde was dastehen und die Bedenken verstehe ich auch,kann ja mal zu nem Fehler kommen und dann hat man verstümmelte Pakete 😉

hannibal007

3 10. Juni 2009 18:53

Zu Presto: Bei Fedoraproject.org ist es als experimentell deklariert, sprich das soll erst mal ne Distributionslebenszeit (bis 12) reifen und wenns dann gut funktioniert, wirds standardmäßig verwendet.

Corin

Avatar von Corin
4 10. Juni 2009 19:44

Es freut mich, hier auch derartige Neuigkeiten zu lesen. Fedora ist eine tolle Distribution. Aber für mich persönlich wäre ein Mix aus Ubuntu und Fedora das größte.. Softwareinstallation, so leicht wie unter Ubuntu (Fedora x64 und Java/Flash/.. war für mich ein Graus) und die Aktualität, die Fedora bietet. Das einsetzen von topaktuellen Techniken. Mit gefällt aptitude von der Benutzung her besser, yum ist allerdings übersichtlicher und dank Presto noch verlockender. Ich bin zwischen diesen System hin und her gerissen. Wahrscheinlich am besten monatlich mal wechseln 😉

suseuser

Avatar von suseuser
5 10. Juni 2009 19:46

@4: Ist das yum-Pengdäng unter Ubuntu nicht eher apt-get?

Corin

Avatar von Corin
6 10. Juni 2009 20:05

@5: warum? man muss aptitude ja nicht mit ncurses oberfläche nutzen. Und wenn man das nicht tut, sondern nur auf die Kommandozeilenparametern zurückgreift finde ich es eher vergleichbar mit yum. Bei apt brauchst du außerdem mehrere Tools. apt-get, apt-cache, .. Dies fällt bei aptitude und yum aus. Aollte ich falsches erzählen berichtigt mich bitte.

babbsagg

Avatar von babbsagg
7 10. Juni 2009 20:13

Kann mir jemand sagen, welche Pakete ich dort installieren muss, um meinen Fingerprint-Reader zu aktivieren? Schade, dass das nicht "out-of-the-box" aktiviert ist.

Unter Ubuntu wird mein Fingerprint-Reader nicht mal erkannt!

EnTeQuAk

Avatar von EnTeQuAk
8 10. Juni 2009 21:03

@7: Total einfach: su -c "yum install fprintd-pam control-center authconfig gdm-plugin-fingerprint", bisschen warten und dann unter System->Administration->Authentifizierung im Reiter Authentifizierung „Fingerprint-Leser aktivieren” anklicken, und schließlich unter System->Einstellungen->Über Mich den „Login mit Fingerprint” aktivieren (Button klicken).

Man verzeihe mir Fehler in den Bezeichnungen, ich hab hier derzeit nen englisches Fedora. Bitte beachtem, das PolicyKit derzeit noch nciht von fprintd profitiert (kann aber nicht mehr lange dauern bis das via nen Update eingespielt wird) – so werden z.B. GPG-Passwörter oder der GNOME-Schlüsselring (NetworkManager anyone?) noch via Passwort abgefragt. Besserung ist in Sicht.

suseuser

Avatar von suseuser
9 10. Juni 2009 21:27

@5: Sorry, ich bin eher der apt-get-Fan und kenne mich nicht so aus. ich dachte, aptitude hätte nur die ncurses-Oberfläche. Schande über mein haupt... 🐸

undercover90

Avatar von undercover90
10 10. Juni 2009 22:03

@4: Dass Fedora nix für Anfänger is, dass sagt allein schon "bleeding edge". Denn, wer die allerneuerste Software haben will, der muss sich halt auch mit der Konfiguration mehr rumtun.

Ich persönlich hab Fedora seit Core 4 schon als "Die Überdistri" empfunden, eben wegs der Aktuelligkeit. Fedora setzt ja bekanntlich bei 11 sogar auf Beta-Software! Einziges Problem an der Sache is, dass sie in Deutschland nicht so weit verbreitet ist wie Ubuntu... Schade eigentlich, ist die Distri doch mein Lieblingsbetriebssystem!

cemetry

Geier

Avatar von Geier
11 10. Juni 2009 23:39

@10 schrieb:

Einziges Problem an der Sache is, dass sie in Deutschland nicht so weit verbreitet ist wie Ubuntu... Schade eigentlich, ist die Distri doch mein Lieblingsbetriebssystem!

Genauso bei mir. Ich würde gerne umsteigen und war auch mal eine Weile bei Fedora (hat mir sehr gefallen), aber ich komme immer wieder zu Ubuntu zurück, weil den anderen Distributionen eine so vollständige und aktuelle Anlaufstelle wie das uu-Wiki fehlt.

l3onidas

Avatar von l3onidas
12 10. Juni 2009 23:55

Ich finds toll, daß hier auch so ein schöner Artikel über Fedora zu lesen ist. Das Fedora, das nur zufällige Namensgleichheit mit meinem Nick aufweist, habe ich auch installiert. Daß es an sich bei durchschnittlichen Konfigurations-Erfordernissen noch schwierig wäre damit, kann man eigentlich nicht mehr sagen. Nur eben, von der Community und Dokumentation ist man bei Ubuntu und mit Ubuntuusers eben so verwöhnt. Das ist die wahre, riesengroße Stärke von Ubuntu, und damit ist bei Ubuntu eben auch Userseitig die ganze Community-Idee von Linux in so erfolgreicher und gelungener Weise verwirklicht. Die technischen Sachen gleichen sich ja doch von Distri zu Distri immer mehr an, jedenfalls für den Normal-User. Bei Fedora ist die deutsche Doku schon kärglich, und die Internet-Sucherei kann ausufern. - Aber, wenn alles läuft, schon ne schöne Sache.

babbsagg

Avatar von babbsagg
13 11. Juni 2009 00:01

Danke EnTeQuAk! Fedora ist die erste Distribution, die meinen Lenovo R61 FingerprintReader erkennt!

Weiß denn jemand, ob solche Fortschritte auch unter Ubuntu geplant sind? ☺

Maui_Muc

14 11. Juni 2009 10:29

Auch ich hab mir Fedora angesehen und es gibt ebenso viel Licht wie auch Schatten. Für Fedora spricht:

  • Der FingerprintReader ist wirklich super integriert! Hut ab!

  • Mein Bluetooth AudioGateway funktioniert auch bestens!

  • Playmouth ist super schick

Ubuntu hat bei folgenden Punkte, im Vergleich zu Fedora, keine Probleme:

  • Die Lautstärkeregelung funktioniert

  • Die Module tpsmapi, hdaps sind enthalten

  • Die Lüftersteuerung für ThinkPads gib es als Paket

  • Der Energieverbrauch ist günstiger

Nun: die Obermenge aus Ubuntu und Fedora wäre wohl die Distri nach der die meisten suchen

undercover90

Avatar von undercover90
15 11. Juni 2009 11:56

@14: - Mit der Lautstärkeregelung hat doch Fedora auch eine andere Version von Pulse an board, oder? Irgendwas war da! - Für was tpsmapi und hdaps sind, weiß ich, ehrlich gesagt, auch nicht... Wäre nett wenn mich jemand aufklären würde... - Mit der Lüftersteuerung, OK, das nehm ich dir ab. Aber es gibt mit Sicherheit auch hier Lösungen! - Das Mit dem Energieverbrauch, erklärste mir das bitte? Fedora unterstütz wie nahezu jede andere Distri Cool&Quiet and so on. Wo soll da der Energieverbrauch höher liegen? Außerdem lässt sich ja der CPU-Takt on Demand einstellen, sowie die Aggresivität der Taktstufen.

Apfelfrisch

Avatar von Apfelfrisch
16 11. Juni 2009 11:58

Mann-O-Mann, da hat Fedora aber vorgelegt - besonders die inkrementelle Aktualisierung find ich sehr gut.

rooti

Avatar von rooti
17 11. Juni 2009 12:09

Ich finde Fedora ist eine top distri das einzige was mich nervt ist, dass die KDE Pakete nicht gesplittet sind ☹ So muss man z.B wenn man nur kmail braucht das ganze kde-pim paket mit 5 anderen Programmen installieren. Meine Festplatte ist zwar mehr als groß genug allerdings werden die Menüs mit der Zeit ziemlich unübersichtlich! Mit gesplitteten KDE Paketen währe Fedora meine erste Wahl aber so bleibe ich bei Kubuntu!

Waschi

18 11. Juni 2009 13:15

Bei Fedora 11 funktioniert meine Intel Grafikkarte GM965/GL960 ohne Probleme. 👍

suseuser

Avatar von suseuser
19 11. Juni 2009 13:16

@10: Ich will mit meinem PC arbeiten und nicht mit beta-Kram kämpfen. Nix gegen beta-Software, manche Programme sind seit Jahren im beta-Status und trotzdem topstabil. Die kann man dann benutzen, wenn es kein stable release gibt.

Solange aber Thunderbird 2 stabil läuft, sollte Thunderbird 3 beta aus den Paketquellen draußen bleiben. Nur so als Beispiel.

Deshalb ist Fedora für mich im Moment "no-go", obwohl Plymouth natürlich schon reizvoll ist.

Mulaggi

20 11. Juni 2009 15:40

@19 Erinnert mich stark daran, wie damals alle schimpften, dass Firefox 3 Beta der Standard in Ubuntu war.

Garve

Avatar von Garve
21 11. Juni 2009 15:57

Habe Fedora auf einer virtuellen Maschine installiert, aber das System verschlüsseln klappt irgendwie nicht. Wenn ich Fedora installiert habe, starte und das Passwort beim booten eingebe, kommen da ein paar Fehler und er fährt nicht hoch. Ist das nur ein Problem von virtuellen Maschinen?

lutoma

Avatar von lutoma
22 11. Juni 2009 20:49

Benutze Fedora 11 jetzt schon seit der Beta (mit KDE) und bin sehr zufrieden, Ubuntu hat keine Chance dagegen.

suseuser

Avatar von suseuser
23 11. Juni 2009 21:28

@22: Keine chance? Nicht mal 'ne klitzekleine? Z. B. einfache (!) Codecinstalation, einfache (!) Installation von restricted-Treibern, ndiswrapper auf der CD und in den Repos...

Sprüche wie "Solution: Use native drivers instead", so oder so ähnlich bei den Forbidden Items von fedora zu finden, sind a) naiv und b) doch etwas arrogant. Manche Menschen wollen einfach kein neues WLAN-Hardware-Zeug kaufen, nur weil ein paar Fedorianer nicht kapieren, dass der Kernel eben nicht für alles Treiber hat und manche Menschen erstmal funktionierendes Internet wollen, bevor sie über OSS und die FSF nachdenken.

Fedora hat sicher auch seine Daseinsberechtigung, aber

Ubuntu hat keine Chance dagegen

halte ich für völlig überzogen.

Ubunux

Avatar von Ubunux
24 11. Juni 2009 22:12

hätte auch gerne mal das neue Fedora auspobiert; aber da auf meinem Rechner nicht mal die Live-CD sauber durchbootet lass ich wohl die Finger davon ☺

fiction

25 11. Juni 2009 23:15

Bei mir ist zweimal das Installationstool (Anaconda?) abgeschmiert, jeweils bei der Partitionierung. Das erste Mal war alles in Ordnung, das zweite Mal hat es mir meine /home-Partition zerschossen und den Inhalt gelöscht. Ich wollte Fedora echt ne Chance geben, aber so kommt das System nicht auf meine Platte. Es scheint echt ein schönes System zu sein, nur leider nicht bei mir...

Corin

Avatar von Corin
26 12. Juni 2009 09:20

@9: Ich nutze auch vorwiegend die apt-Tools, habe mir dies einmal angewöhnt und komme schwer davon weg. Aber ich versuche mein Verhalten aus aptitude umzustellen. Schon aus den genanntent Vorteilen. Ich bin mir allerdings noch nicht vollkommen im klaren, ob es noch technische Vorteile von aptitude gibt. Hier wäre ich über Tipps von Profis auch dankbar 😉

@10 & @11: Das sehe ich genauso. Wobei mich die Beta-Versionen nicht wirklich stören. Die Installation ist ja so einfach und komfortable (Ubuntu und Fedora), dass bei einem instabilen System eine Neuinstallation kein Problem darstellt. Wirklich schade ist nur, dass das Fedora-Wiki aus meiner Sicht nicht vergleichbar mit dem von uu ist. Leider. Eine Mischung aus beiden Lagern wäre bestimmt ein richtiger guter Zug.

@25: Kann ich mir vorstellen. Das waren auch bei meiner Fedora-Installation Probleme.. Da Fedora ja erstmal via LVM eine DG erstellt und anschließend alle Volumes dort hinein packen möchte. Die aber bei einer unter Ubuntu ausgelagerten /home-Partition nicht so einfach umzusetzen ist.. (Wobei sich mir der Vorteil von LVM auf einer einfachen Workstation nicht erschließt.)

undercover90

Avatar von undercover90
27 12. Juni 2009 10:22

@25: Is bei mir 2x in der VM passiert, wo ich wegs fehlenden Vortschritt rumgeklickt hab. Unter VBox macht Fedora aber gar keinen so tollen Eindruck, dass muss ich gestehen. Gasterweiterungen nicht als Paket, die Pakete von RPM-Fusion funktionieren nicht einwandfrei (VBox Guest Addons), Sound knattert ... Glaub ich mach mir da jetz ne Partition frei, wo ich Fedora direkt installier. Grub sei Dank!

cemetry

suseuser

Avatar von suseuser
28 12. Juni 2009 15:18

@26: Sag bloß, dir macht es Spaß, alle Nase lang neu zu installieren 😉

Außerdem hilft Neuinstallation auch nix, wenn ein einzelnes Programm regelmäßig crasht, weil es einfach zu bleeding edge ist. Gut, das gibt's unter Ubuntu auch - wer's nicht glaubt, mal synfig studio installieren und auf dem Terminal starten 🙄

littlecalvin

29 13. Juni 2009 00:44

@28:

Hier gibt es zwischen Fedora und Ubuntu einen wesentlichen Unterschied: Während Ubuntu in aller Regel nur schwerste und sicherheitsrelevante Fehler als Update bringt, versucht das Fedora-Projekt die gemeldeten Fehler jeglicher Arbeit auszumerzen und stellt Updates bereit. Diese werden dann für alle Versionen, die noch nicht EOL sind, bereitgestellt. Ubuntu verschiebt solche Korrekturen in der Regel ins nächste Release. Hinzu kommt, dass der Stamm an geplfegter Software sich stark unterscheidet: Ubuntu kümmert sich vornehmlich um die Packte in main, universe steht hinten an. Fedora unterscheidet hier nicht.

@alle: Es ist übrigens nichts besonderes, dass frische Fedora-Versionen noch ein paar Fehler mitbringen. Die werden dann aber recht schnell getilgt. In der Fedora-Community sagt man offen, dass nach 2 Monaten eines Release das gröbste vorbei ist. Deswegen Fedora als großen Beta-Software-Projekt zu diffamieren, finde ich etwas daneben.

Die Projekte betreiben unterschiedliche Philosphien, und das ist auch ok so. Und: Ubuntu und Fedora stehen in erfrischender Konkurrenz zueinander ☺

Es sprechen einige an, dass sie bei Fedora eine zentrale Instanz für Dokumentation und Support fehlt. Dem kann ich nur mit Bedauern zustimmen.

So long und viel Spaß.

LC

kutteldaddeldu

30 13. Juni 2009 16:45

@18 hat ja schon erwähnt, dass seine Intel-Grafikkarten bei ihm unter Fedora funktioniert.

Gibt es weitere Fedora-Erfahrungen mit den beiden Geiseln Jauntys, den (bestimmten) Intel- und ATI-Grafikkarten? Funktionieren unter Fedora die Grafik-Effekte mit allen Intelkarten? (In den "known bugs" klingt es ja eher so, als ob nein.)

Corin

Avatar von Corin
31 13. Juni 2009 23:01

@28: Oh ja. Das tue ich wirklich gerne ☺ Das ist das Einzige, was mir an Computern noch wirklich Spaß machen kann. Wenn das System erstmal läuft, fängt die lange Weile an. Daher teste ich gerne verschiedene Distributionen. Und das nicht zwingend in virtuellen Umgebungen 😉

Rain_Maker

32 18. Juni 2009 00:36

Die Idee, die Presto verfolgt, ist nicht neu, bei (open)SUSE werden schon seit IIRC Version 9.2 (da war ich noch Baby-Pinguin) sogenannte "delta"-RPMs für die Updates aus dem offiziellen Update-Repository verwendet (sogar als default).

Zuvor gab es sogenannte "patch"-RPMs, die die Downloadmenge zumindest etwas verrigern konnten, indem dort nur geänderte Dateien (aber eben vollständig und nicht nur ein binäres diff) eingepackt wurden.

Die Technik ist also eigentlich schon ausgereift, was diese binären diffs anbetrifft (zwar auf einer anderen Distribution, aber selbes Paketformat und so oder soOSS), ich vermute die grösste Schwierigkeit eher darin den Paketmanager sicher erkennen zu lassen, ob/welches delta-RPM verwendet werden kann und dann die beste Entscheidung zu treffen.

Da gibt es einige unterschiedliche Ausgangssituationen und auch das repository muss entsprechend ausgerüstet werden. So liegen z.B. in einem Update-Repository von openSUSE zu neuen Paketversionen nicht nur

a) ein vollständiges RPM mit der neuen Version

sondern auch

b) Delta-RPMs zu allen vorigen Versionen, die es offiziell für dieses Release gab, damit z.B. auch jemand, der das/die letzten Update(s) "verschlafen" hat, über ein Delta-RPM updaten kann.

Fall a) wird z.B. dann zwingend benötigt, wenn man sich ein Paket zum ersten Mal installiert, welches aber schon seit Release ein Sicherheitsupdate erfahren hat (wer will sich schon eine verwundbare Version installieren, wenn es schon ein gepatchtes Paket gibt) oder wenn man irgendwann in der Zwischenzeit das selbe Paket aus einem anderen (nicht offiziellen) Repository installiert hatte, für b) muss man natürlich nicht für jede Version ein Delta hinterlegen, nur dann minimiert sich der Effekt, weil dann nur die, die wirklich jedes Update zeitnah einspielen parktisch ausschliesslich Deltas verwenden und alle Anderen immer noch die vollständigen Pakete ziehen.

Diese verschiedenen Ausgangssituationen muss der Paketmanager absolut zuverlässig erkennen, sonst gibt es Ärger und das ist wohl bei weitem nicht so trivial, wie es im ersten Moment klingt.

Ausserdem bläht so etwas natürlich die (Mirror)Server auf, wie gross dieses Problem einzuschätzen ist, kann man zur Zeit noch nicht so genau sagen, da bei openSUSE zur Zeit solche Deltas nur in den offiziellen Update-Repositorien (pro Distributionsrelease ist das eh nur eines) angeboten werden.

Das soll sich aber bald ändern und auf alle Quellen des BuildService ausgedehnt werden (wenn auch nur optional) und dann wird es sicher spannend, wenn das auch nur ein nennenswerter Bruchteil von derzeit etwa 6500 Projekten/Repos (ja, das ist die Zahl der Projekte, nicht der Pakete) anfängt einzusetzen.

Vor dem Fedpora-Projekt kann ich meinen Hut nicht oft genug ziehen, nicht nur ist man sehr konsequent (bezüglich ihrer OSS-Philosophie) sondern auch (natürlich in Verbindung mit dem dahinterstehenden Redhat) bezüglich der aktiven Weiterentwicklung nahezu aller wichtigen Systemkomponenten einer der "Hauptakteure", egal wo man hinschaut.

Daß das natürlich Auswirkungen (bleeding edge) auf die "Anfängerfreundlichkeit" (was immer das auch genau sein mag) hat, ist nicht zu vermeiden, aber daß es die Mädels/Jungs recht wenig kümmert und sie ihr Ding konsequent durchziehen, ist um so bemerkenswerter.

Zur Zeit fristet Fedora (noch als Version 10) bei mir noch ein "VM-Dasein", wird sich aber als Zweitsystem sehr wahrscheinlich auf einer eigenen Partition breit machen dürfen, Hauptgrund ist eher persönlicher Natur, ich finde GNOME grauenhaft und das KDE von Fedora konnte mit dem von SUSI noch nie mithalten (gilt aber wohl auch im umgekehrten Fall, obwohl ich GNOME seit etwa 1 Jahr nur noch vom Wegsehen kenne, egal unter welcher Distri).