staging.inyokaproject.org

Projektvorstellung: Transcribe

projektvorstellung.png

Transcribe ist ein Audio-Player für den GNOME-Desktop, der insbesondere auf die Transkription von Interviewmitschnitten und anderen Audio-Daten ausgelegt ist.

Transcribe/transcribe.png Transcribe bietet einige Funktionen, die die Transkription vereinfachen sollen. Unter Transkription versteht man die Verschriftung von Gesprächen nach bestimmten Regeln zum Zwecke der wissenschaftlichen Analyse.

Folgende Eigenschaften besitzt Transcribe aktuell:

  • Die Abspielgeschwindigkeit lässt sich anpassen, die Tonhöhe bleibt dabei unverändert.

  • Transcribe lässt sich über globale Tastenkombinationen steuern, auch wenn das Fenster im Hintergrund ist. Auch die Steuerung über Fußschalter ist damit möglich.

  • Beim Unterbrechen der Wiedergabe springt Transcribe ein kleines Stück zurück, um die Transkription nahtlos fortsetzen zu können.

Transcribe/Transcribe_Screenshot
Transcribe „in Action“
  • Beim Beenden merkt sich Transcribe die aktuelle Position und Abspielgeschwindigkeit und stellt sie wieder her, sobald die Datei wieder geöffnet wird.

  • Ein Schieberegler erlaubt genaues Spulen auch bei sehr langen Dateien, bei denen das Spulen über den Fortschrittsregler sehr ungenau ist.

  • Die aktuelle Position lässt sich kopieren und z.B. als Zeitmarke in das Textdokument einfügen.

Obwohl das Projekt Transcribe bereits 2007 auf Launchpad registriert wurde, hat die Entwicklung erst in letzter Zeit Fahrt aufgenommen. Jetzt wurde die erste alltagstaugliche Version veröffentlicht. Transcribe ist in Python mit PyGTK geschrieben und basiert auf Quickly und dem GStreamer-Multimediaframework.

Transcribe versteht sich als Projekt aus der Praxis für die Praxis: Der Autor setzt es mittlerweile regelmäßig für seine eigene Arbeit ein und hat es vor allem anhand seiner eigenen Anforderungen konzipiert. Interessierte sind herzlich eingeladen, das Programm auszuprobieren und vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen an der Weiterentwicklung mitzuarbeiten. Dabei ist jede Hilfe, von Bug-Reports und Ideen für die Weiterentwicklung über Dokumentation und Übersetzungen bis hin zu Code-Beiträgen, willkommen.

Die Installation erfolgt über ein ein PPA von Fredo. Interessierte können sich im Projekt-Thread oder im Channel #transcribe auf FreeNode.net an der Diskussion beteiligen.


Vielen Dank an Fredo für die Einsendung dieses Artikels!

Veröffentlicht von chris34 | 7. Juni 2011 15:30 | Kategorie: Projektvorstellung | # Fehler im Artikel melden

mniess

1 7. Juni 2011 16:38

Lieber Fredo. Respekt und danke dafür! Sowas hatte ich schon oft gesucht!

henrik7

Avatar von henrik7
2 7. Juni 2011 16:40

Cool! Das Programm kann ich sehr gut gebrauchen. Danke für die hervorragende Arbeit!

Polix

Avatar von Polix
3 7. Juni 2011 18:20

Warum wird kein VLC-Player als Standart-Player bei Ubuntu/Gnome mitgeliefert? Für mich ist VLC der bester Player!

OlMightyGreek

4 7. Juni 2011 19:23

jetzt fehlt nur noch eine recorderfunkton, die unterstützung von USB fußtasten und eine möglichkeit eine diktatliste in einem netzwerkordner einzusehen und wir können unsere windows-diktatrechner einmotten.

Fredo

Avatar von Fredo
5 7. Juni 2011 23:56

@1 und @2: Danke, freut mich. ☺

@4: USB-Fußschalter werden grundsätzlich unterstützt (arbeite selbst mit einem einfachen Modell). Die anderen Funktionen kann gerne jemand einbauen, der sie gebrauchen kann. 😉 (Wobei ich mich gerade frage, ob man dann Recorder und Player in einem Programm braucht? Kenne mich in dem Bereich aber auch nicht so aus.)

auchfrager

Avatar von auchfrager
6 9. Juni 2011 11:34

@4: Dann sollte es mit einer Spracherkennung verbunden werden, um es in Schrift umzuwandeln. So ein Diktiergerät suche ich unter Linux seit langem vergeblich. Wozu muss ich heute noch selber schreiben ?

Thurgau

Avatar von Thurgau
7 10. Juni 2011 16:12

Ich brachte die Applikation mit einer 2 GB schweren Datei zum Stillstand...

Fredo

Avatar von Fredo
8 10. Juni 2011 16:54

@7: Ja, das kann ich mir vorstellen. Etwas ähnliches habe ich auch schon einmal beim Transkodieren einer 4-GB-AVI mit Transmageddon gehabt. Ich nehme an, dass das Problem irgendwo in GStreamer steckt.

Auf der anderen Seite: Transkribierst Du häufiger 2-GB-Dateien, so dass es sich lohnen würde, dem auf den Grund zu gehen?