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Canonical implementiert Tageszähler in OEM Versionen

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Canonical, die Firma hinter Ubuntu, möchte umfassendere Statistiken über die Benutzung von vorinstallierten Ubuntuversionen auf Hardware und entwickelt das Paket canonical-census.

Mark Shuttleworth, Gründer der Linuxdistribution, und seine Firma möchten Näheres über die Zufriedenheit ihrer Kunden herausfinden. Gemeint sind in diesem Fall die Kunden, die über einen Händler Computer und andere Hardware beziehen, auf denen bereits Ubuntu in einer so genannten OEM-Version vorinstalliert ist. Um dies zu bewerkstelligen wurde von einigen Tagen das kleine Paket namens canonical-census vorgestellt. Dieses soll ab spätestens Ubuntu 10.10 auf den oben genannten PCs vorinstalliert sein.

Ist es installiert, trägt es sich automatisch als Cronjob ein, so dass es täglich ausgeführt wird. Ist es soweit, werden folgende Daten an einen Server von Canonical übermittelt:

  • Anzahl der bisherigen Übertragungen

  • IP-Adresse

  • Betriebssystemversion

  • Hardwarehersteller

  • Hardwaretyp

All diese Informationen bis auf den letztgenannten Punkt können bereits heute über andere Wege von Canonical eingesehen werden, etwa über die Server, auf denen die Programmupdates liegen. Es handelt sich hier um keine persönlichen Daten.

Canonical erstellt schon seit geraumer Zeit anonyme Statistiken 🇬🇧 , zu denen jeder Ubuntubenutzer freiwillig beitragen kann. Wer in Synaptic einen entsprechenden Haken setzt, übermittelt anonymisiert eine Liste der installierten Pakete und Aussagen über deren Benutzung.

Diese sowie die Statistiken von canonical-census dienen jeweils dazu, die Entwicklung der Distribution in die richtigen Wege zu lenken und somit eine Verbesserung von Ubuntu zu erzielen. Die Statistiken führen somit zur Verbesserungen in Ubuntu, diese verbessern die Zufriedenheit der Kunden und diese wiederum wird von anderen Hardwareherstellern als gutes Argument aufgenommen, um Ubuntu auf ihrer Hardware vorzuinstallieren - so die Überlegung.

Wem als Kunden einer OEM-Version das ganze nicht geheuer erscheint, der kann das Paket wie jedes andere auch über die Paketverwaltung deinstallieren und restlos entfernen.

Da dieses Paket wie üblich unter einer GPL steht, ist es nicht auszuschließen, dass die Hardwarehersteller selbst ein ähnliches Paket vorinstallieren, welches auch weitere Daten (wie z.B. die MAC-Adresse des PCs) auf eigene Server übertragen. Dies würde aber wahrscheinlich an den Protesten der Community scheitern.