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Kein Rolling Release, kürzerer Support für Non-LTS-Versionen, schnellere LTS-Updates

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Das Technical Board entschied: Kein Rolling-Release-Modell, schnellere und erweiterte Updates für Long-Term-Support-Versionen in den ersten beiden Jahren, kürzerer Unterstützungszeitraum von neun Monaten für Zwischenversionen (Non-LTS).

Insbesondere Leann Ogasawara, Canonicals Kernel-Verantwortliche, und Rick Spencer, Canonicals Vizepräsident für Ubuntu und ebenfalls Chef der Entwicklerteams für Ubuntu, votierten für ein Rolling Release Modell. Rick Spencer hat Anfang März einen konkreten Vorschlag für ein Rolling Release präsentiert und damit die aktuelle Diskussion ausgelöst.

Marks Vorschläge

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„Beta-Version“

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth schlug vor, die LTS-Versionen in den ersten beiden Jahren mit häufigeren Aktualisierungen („Snapshots“) zu versorgen. Für neuere Kernel, wichtige Plattformkomponenten und API-Wechsel sollen die Updates optional sein. Andere wichtige Komponenten der Plattform, beispielsweise der Desktop Unity, könnten aktualisiert werden, solange sie kompatibel bleiben.

Er ging sogar soweit, dass er für „normale Anwender“ ausschließlich die LTS-Versionen empfiehlt. Die dazwischenliegenden Versionen sind für diejenigen gedacht, die an Ubuntu in irgendeiner Form mitarbeiten. Seiner Meinung nach würde hier ein siebenmonatiger Support reichen, um den Entwicklern die Zeit zu verschaffen, die sie zur Entwicklung brauchen. Das wäre folglich eine einschneidende Änderung für alle Anwender, die grundsätzlich auf jede neue Version aktualisieren.

Interessant an der Diskussion ist, dass Mark Shuttleworth einlenkt und gut überlegte Veränderungen durchaus für angebracht und notwendig hält. Seinem Artikel 🇬🇧 kann man entnehmen, dass es weiter reguläre Veröffentlichungen geben wird, selbst wenn es nur Zwischenversionen sind. Diese würden schließlich ein wertvolles Feedback liefern.

Beschluss des Technical Boards

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„Achtung Baustelle!“

Das Technical Board traf sich gestern Abend zu einem Meeting. Dort wurde unter anderem beschlossen 🇬🇧 , dass der Supportzeitraum von bisher 18 Monaten auf neun Monate für alle Nicht-LTS-Versionen reduziert wird. Das bedeutet, dass jede Zwischenversion nur noch für drei Monate nach dem Erscheinen einer neueren Version unterstützt würde.

Durch die kürzere Unterstützung soll einerseits der Wartungsaufwand verringert, andererseits sollen aber auch Anwender, die sich an der Entwicklung beteiligen wollen, stärker ins Boot geholt werden. Alle anderen Anwender sollen, wie Mark es vorschlug, LTS-Versionen mit bis zu fünfjährigem Support nutzen.

Wer es noch aktueller will, erhält qualitativ hochwertige Daily Builds. Durch diese hochwertige Qualität, die sich nach Marks Meinung zukünftig noch ein wenig steigern ließe, habe man quasi schon ein Rolling Release. Dies könne durch „Tip-Releases“, die unabhängig von LTS- und Non-LTS-Releases immer den aktuellen Stand der Ubuntu-Entwicklung widerspiegeln, gewährleistet werden. Aus diesem Grund sprach sich das Technical Board einstimmig gegen ein Rolling-Release-Modell aus.

Die Änderungen sollen bereits mit der Veröffentlichung von Ubuntu 13.04 Raring Ringtail in Kraft treten.


Vielen Dank an Linuxkumpel für den eingereichten Artikel!